Es geht wieder los...

Auch in diesem Jahr darf der JUGENDladen Rochlitz am Jugendgeschichtsprojekt „Spurensuche“ teilnehmen.  Die Rochlitzer Spurensucher*innen arbeiten am zweiten Teil ihres Hydraulikprojektes. Nach der Auftaktveranstaltung auf dem Schloss Colditz startet nun die erste Arbeitsphase. Bereits drei Zeitzeug*innengespräche wurden geführt und es gab eine offizielle Eröffnungsveranstaltung für die im vorigen Jahr entstandene Ausstellung im JUGENDladen Rochlitz. Für die Ergebnisse im vorigen Jahr bekamen die jungen Forscher*innen zum Jugendgeschichtstag im Dresdner Landtag den Publikumspreis. In diesem Jahr werden zahlreiche Gespräche folgen mit dem Ziel am Ende ein informatives Fotobuch mit vielen unterschiedlichen persönlichen Eindrücken ehemaliger Mitarbeiter*innen zu erstellen. Mehr über Spurensuche...

 

Die Spurensuche geht weiter...

Seit dieser Woche arbeiten die Rochlitzer Spurensucher wieder an ihrem Hydraulikprojekt. Mit Herrn Wuttke führten wir das erste Zeitzeugengespräch in diesem Jahr. Er unterhielt sich mit den Jugendlichen über seine Arbeit als technischer Planer. Dabei wurde den Jugendlichen verdeutlicht, welche intensive Planung hinter jedem Zylinder steckt. Besonders beeindruckte Herr Wuttke mit seinen Erzählungen zu den großen Projekten in der Dresdner Semperopfer und im Palast der Republik in Berlin. In den folgenden Wochen werden wir weitere Zeitzeugen zu ihren spannenden Geschichten befragen.

Eine Spende sagt mehr als tausend Blumen

Am 09.02. besuchten uns Frau Dorothea Palm und Josefine Müller im Jugendladen und überreichten unserem Spurensucheprojekt einen Scheck in Höhe von 900,00€. Dorothea Palm war langjährige Geschäftsführerin des Heimat- und Verkehrsvereins "Rochlitzer Muldental" e.V.. Zu ihrer Verabschiedung wünschte sie sich ausdrücklich keine Blumen, sondern Spenden für unser Projekt. Der Muldentaler Jugendhäuser e.V., der JUGENDaden Rochlitz und das Spurensucheprojekt Rochlitz sind überaus begeistert von dieser Aktion und möchte Frau Palm, dem gesamten Heimat- und Verkehrsvereins "Rochlitzer Muldental"und natürlich ALLEN Spenderinnen und Spendern für die Unterstützung DANKEN!!! Die Spende besteht aus einer Finanzspende in Höhe von 900,00€ und zahlreichen Sachspenden (eine Schiffsfahrt auf der Talsperre Kriebstein, ein Gutschein über einen Vortrag über Gastronomie/ Hotellerie, ein Infopaket mit Fach- und Infoliterartur zur Geschichtsforschung. Zur feierlichen Übergabe des Schecks führten die jugendlichen Spurensucher ihre Gäste durch die aktuelle Ausstellung zum Thema Hydraulik und sprachen über die bisherigen und für die Zukunft geplanten Aktivitäten zum Thema SPURENSUCHE. Wir empfinden diese Spende als große Ehrung und Würdigung unseres Engagements. VIELEN DANK FRAU PALM! :)

Ausstellungspräsentation am 26.01.2018

Am 26.01. haben wir in den  JUGENDladen Rochlitz zur offiziellen Präsentation unserer aktuellen Spurensucheausstellung eingeladen. Unter dem Thema "Hydraulik Rochlitz - Die Spuren drohen zu verschwinden haben die Jugendlichen unseres Spurensucheprojektes im vergangenen Jahr an dieser Ausstellung gearbeitet. Über zwanzig ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter folgten dem Aufruf. Zudem waren zahlreiche Jugendliche und Gäste anwesend. Sozialarbeiter Marcel Berger eröffnete so vor ca. 50 Gästen den Abend. Auch der Bürgermeister Frank Dehne und Emily Altmann als Vertreterin der Spurensucher begrüßten die Anwesenden. Nach diesem kurzen Einstieg war ausgiebig Raum und Zeit, um Gespräche zu führen, die Ausstellung zu besichtigen und weitere Vorhaben für 2018 zu planen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Gästen, besonders für die Spenden für unsere Arbeit und wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit. Spurensuche - zusammen stark.

Spannende Geschichten gibt es überall...wir wollen sie entdecken!

Einmal wie Indiana Jones im tiefen Dickicht stöbern. Einmal in alten, verstaubten Akten
kramen. Einmal ältere Menschen befragen, was sie als Kind erlebt haben. Lang vor Eurer Zeit... Spannende Geschichten gibt es überall. Ihr müsst sie nur entdecken. Werdet Forscher und begib Dich mit Deinem Team auf SPURENSUCHE! es geht wieder los...Wir bewerben uns erneut um eine Projektförderung im Rahmen des Spurensucheprojektes :) hier gibts mehr Infos...

Die Rochlitzer Spurensucher bei den Jugendgeschichtstagen

Welche Spuren der letzten Jahrhunderte gibt es in meiner Region zu entdecken? Wie haben meine Eltern ihre Jugend in unserem Ort erlebt? Wie haben sich Menschen für meine Heimat engagiert? Auch in diesem Jahr haben sich 27 Jugendgruppen aufgemacht, um im Rahmen des Jugendprogramms „Spurensuche“ der Sächsischen Jugendstiftung Geschichten in ihren Heimatgemeinden und –regionen zu erforschen. Auf den Jugendgeschichtstagen am 23. und 24. November 2017 im Sächsischen Landtag haben sie ihre Erlebnisse, Neuigkeiten und Erfahrungen ausgetauscht, sind miteinander ins Gespräch gekommen und haben neue Impulse der Jugendgeschichtsforschung erhalten.

Die Jugendgeschichtstage setzen sich immer wieder mit wichtigen gesellschaftlichen Themen auseinander. Das aktuelle Spurensuche-Jahr widmete sich dem für das Zusammenleben unserer Gesellschaft bedeutungsvollen Thema „Freiheit“. Was bedeutete Freiheit damals? Wie lebt sich Freiheit heute? Gemeinsam haben wir uns auch zu den 13. Jugendgeschichtstagen über dieses Thema ausgetauscht.

Der Auftakt fand am Donnerstag, den 23.11.2017, in Form von Bildungsangeboten mit Workshops und Exkursionen statt. Angeboten wurden Workshops mit der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau, ein Zeitzeugengespräch über „Punk sein“ in der DDR und das Spiel „Bürokratopoly“, was die Machenschaften des SED-Regime aufzeigt. Außerdem standen eine „Actionboundtour“, eine Führung durch das Schulmuseum Dresden sowie der Besuch der Ausstellung „Das Gesicht – Eine Spurensuche“ im Hygienemuseum auf dem Programm.

Der Freitag wurde mit einem Zeitzeugengespräch sowie einem Improvisationstheater begonnen und der Nachmittag stand ganz im Zeichen des Projektemarkts. Bei der Erforschung der vornehmlich kleinen, verborgenen Geschichten sind die Spurensucher auf Erstaunliches und Skurriles gestoßen und haben aber auch zu bestürzenden Ereignissen und Einzelschicksalen aus dem Alltag von Menschen im Wandel der Zeiten recherchiert.

Zur Projektemesse, am 24.11.2017 von 13-17 Uhr waren alle interessierten Menschen herzlich eingeladen, um sich selbst ein Bild von den erforschten Schätzen der Jugendgruppen zu machen. Unter anderem sprachen unsere Jugendlichen mit dem Landtagspräsidenten und einer Mitarbeiterin des Sozialministeriums und natürlich mit ganz vielen Besuchern. Am Ende durfen sich unsere Jugendlichen freuen, denn bereits zum zweiten Mal sind sie Träger des Publikumspreises geworden, worüber wir uns alle sehr gefreut haben. Die viele Anstrenung hat sich gelohnt. Nicht allein wegen der Auszeichnung, sondern vor allem durch die vielen gemeinsamen Erlebnisse, die Erfahrungen, die die Jugendlichen sammeln konnten und die tolle Erfahrung, gemeinsam dies geschafft zu haben.

Mehr zu den Jugendgeschichtstagen... und hier gibt es mehr zum Rochlitzer Projekt "Die Spuren drohen zu verschwinden - die Hydraulik Rochlitz"

Hydraulik Rochlitz - Teil meines Lebens

Die Stadt Rochlitz blickt auf eine lange Industriegeschichte zurück. Neben der Hydraulik VEB Elektroschaltgeräte und dem VEB Stern Radio, war der dritte Großbetrieb der VEB Orsta-Hydraulik Rochlitz. Mit diesem Projekt möchten wir unser Vorhaben fortsetzen, einen Überblick über diesen Industriebetrieb zu erarbeiten, der Fokus richtet sich dabei auf die noch lebenden Zeitzeugen. Deren individuelle Erinnerungen sollen ein Beitrag zur nachhaltigen Bewahrung der Stadtgeschichte beigetragen.

 

Wir möchten unsere "Trilologie" fortsetzen indem wir diesen Teil der Nachkriegsindustriegeschichte mit jugendlichen Engagement noch intensiver  aufarbeiten und die Erkenntnisse im Stadtbild etablieren. Die persönlichen Erinnerungen der Menschen und die Erstellung eines Stadtrundgangs, der sich mit dem Vorgängerprojekt "Stern Radio"-Projekt verknüpft, stehen im Mittelpunkt. Alles reiht sich in unsere vergangenen Spurensucheprojekte ein und erweitert das Angebot unserem Spurensucheladen. Hier können alle Ausstellungen dauerhaft gezeigt werden, Stadtrundgänge beginnen und Zeitzeugengespräche geführt werden. Weiterhin werden wir Ideen sammeln, wie man auf dem ehemaligen Fabrikgelände an die Vergangenheit erinnern könnte.

Für viele Rochlitzer ist "die Hydraulik" ein Begriff, der bist heute nachhallt. Diese Erinnerungen möchten wir bewahren und zeigen, wie die Menschen ihre Stadt in der Vergangenheit gesehen haben. Wir wollen vergleichen, wie sich der Blick auf die Stadt zu heute unterscheidet. Damals haben die meisten Menschen direkt in der Stadt gearbeitet, heute gibt es keine vergleichbare Industrie in der Stadt. Wir möchten den jungen Menschen zeigen, dass sich das Leben vor ca. 50 Jahren in Rochlitz maßgeblich anders abspielte und auch Berufsleben eine andere Bahn nahmen. Es handelt sich um eine Fortsetzung des letztjährigen Projektes. Das hat den Grund, da es inzwischen noch einige Zeitzeugen gibt, die gerne mit den jungen Forschern ins Gespräch kommen wollen. Diese Gespräche waren im letzten Jahr der eigentliche Gewinn der Spurensuche.

 

Wir arbeiten bereits seit 2011 im Rahmen von "Spurensuche"-Projekten an der Rochlitzer Stadtgeschichte. Neben dem Kreisumsiedleramt, waren das Gedenken an die Zwangsarbeit sowie starke Frauen in Rochlitz bereits Themen. Seit 2016 beschäftigen wir uns mit der Rochlitzer Industriegeschichte nach dem zweiten Weltkrieg. Immer wieder sind wir in Zeitzeugengesprächen auf das Thema Hydraulik gestoßen. So gab es den Entschluss, uns näher mit den ehemals drei großen Industriebetrieben  der Stadt zu beschäftigen. Teil eins war das Projekt "VEB Stern Radio". Seit dem letzten Jahr forschen wir zu der Hydraulik, in der hydraulische Zylinder für verschiedene Maschinen hergestellt wurden.

Wir traten mit ehemaligen Arbeiterinnen und Arbeitern in Kontakt und entdeckten so ein buntes Bild von dem Betrieb. Inzwischen haben wir noch einige weitere Zeitzeugen gefunden, die mit uns ins Gespräch kommen wollen. Das Thema wird aktuell diskutiert und die Menschen haben viel zu berichten. In diesem Jahr stehen also zahlreiche Zeitzeugengespräche an und wir planen ein Fotobuch zu erstellen, in dem die persönlichen Erinnerungen dauerhaft aufbewahrt werden.
Wie im vergangenen Jah treten wir auch mit den Mitgliedern des Rochlitzer Geschichtsvereins in Kontakt. Hier scheinen noch zahlreiche Informationen und Potential auf uns zu warten. Auch die Stadt Rochlitz, insbesondere der Oberbürgermeister hat ein Intresse an Zusammenarbeit. Die Geschichtslehrer_innen der Schulen werden die Ergebnisse wieder in den Unterricht einbauen. Wir werden in der Außenstelle des Kreisarchives nach Akten und Zeitungsartikeln suchen. Vielleicht können wir versuchen in Nachfolgeunternehmen der Hydraulik mehr über den Betrieb herausfinden. Wenn wir einen Stadtrundgang entwickeln, kann dieser interessierten Menschen einen Einblick in diesen Teil der Stadtgeschichte liefern.

Am Ende des Arbeitsprozesses soll auch unsere Ausstellung erweitert sein. Hier können sich Besucher einen Überblick über die Geschichte des Betriebes holen und im Modell des Hauptwerkes alles unsere Zeitzeugen am Ort ihres Schaffens wiedertreffen.  Die diesjährigen Arbeitsergebnisse sollen anschaulich eingeflechtet werden und die Jugendlichen wieder kreativ tätig sein. Der geplante Stadtrundgang soll die einzelnen Elemente der Industriegeschichte verknüpfen und zu einem Rundgang an die historischen Orte vereinen.

Ein weiteres Ziel wird sein, unsere zahlreiche Produkte aus der ehemaligen Produktion für die Dauerausstellung im Spurensucheladen zu erweitern und so eine bunte Ausstellung zu präsentieren.

Das Projektjahr wird mit der Zusammenstellung der Gruppe beginnen. Viele der letztjährigen Spurensucher werden wieder mitmachen. Die Jugendlichen werden dann schnell Kontakt zu Zeitzeugen_innen aufnehmen und weiter historisch belegbare Fakten sammeln. Wieterhin werden wir an der Ausstellung arbeiten und versuchen einen Stadtrundgang gemeinsam mit den Zeitzeugen zu erstellen und umzusetzen.

„Die Spuren drohen zu verschwinden – Die Hydraulik Rochlitz“

Auch in diesem Jahr begeben sich junge Rochlitzer Spurensucherinnen und Spurensucher auf die Reise in die Vergangenheit ihrer Stadt. Nachdem wir im vergangenem Jahr bereits zu Stern Radio, einem der größten ehemaligen Arbeitgeber, geforscht haben, beschäftigt uns in diesem Jahr der zweite große Industriebetrieb. Die Hydraulik Rochlitz beschäftigt fast 2000 Menschen in verschiedenen Standorten und in fast jeder Familie finden sich ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir haben unsere Forschungsgruppe ein wenig neu aufgestellt. Nachdem einige Jugendliche wegen Arbeit und Lehre leider ausscheiden mussten, konnten wir einige junge Schülerinnen und Schüler neu für das Projekt interessieren. Zum internationalen Museumstag  auf dem Schloss Rochlitz eröffneten wir das diesjährige Spurensuchejahr. Dazu haben wir zu einer Gesprächsrunde geladen. An der regen und spannenden Diskussion  nahmen zahlreiche ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Susanne von der Jugendstiftung, der Bürgermeister der Stadt Rochlitz, eine historische Mitarbeiterin des Schlosses und natürlich alle jungen Spurensucherinnen und Spurensucher teil. An diesem Tag stellten wir zudem unsere älteren Projekte vor und thematisierten das Thema FREIHEIT mit einer Mitmachaktion. Mit Herrn Ladegast haben wir einen sehr aktiven Zeitzeugen, der die Jugendlichen bei den wöchentlichen Treffen unterstützt und uns sehr viele spannende Kontakte organisiert. So haben wir bereits einiges Anschauungsmaterial von Zeitzeugen erhalten und können an unserer Ausstellung arbeiten. In den wöchentlichen Treffen geht es nun darum, gemeinsam mit den Zeitzeugen einen Überblick über das Arbeitsleben in der Hydraulik zu erarbeiten. Dazu führen die Jugendliche Gespräche mit Zeitzeugen, basteln an einem Modell und sichten Material. Dies alles passiert in unserem Wächterladen, der ein zentraler Anlaufpunkt für das Spurensucheprojekt ist.

 

Spurensuche 2016

Auch 2016 gehen Rochlitzer Jugendliche auf Spurensuche in ihrer Stadt. Am 21. und 22.04. haben Vertreter der Jugendforschergruppe an der Eröffnungsveranstaltung von SPURENSUCHE auf dem Schloss Colditz teilgenommen. Spurensuche ist ein Jugendprogramm der Sächsischen Jugendstiftung mit dem zivilgesellschaftliches Engagement junger Menschen in Sachsen unterstützt wird. Der thematische und inhaltliche Fokus liegt dabei auf dem Erforschen und Erkunden regionaler sowie lokaler, historischer Ereignisse im Rahmen von Jugendprojekten mit schulischer und außerschulischer Anbindung. Das Programm „Spurensuche“ wird im Rahmen des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ und durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz gefördert.

Die Rochlitzer Spurensucher wollen sich in diesem Jahr mit der Geschichte von "Stern Radio" auseinandersetzen. Unsere Stadt Rochlitz blickt auf eine lange Industriegeschichte zurück. Neben der Hydraulik, VEB Elektroschaltgeräte und dem VEB Orsta-Hydraulik, war der dritte Großbetrieb der VEB Stern Radio Rochlitz. Mit diesem Projekt möchten die Spurensucher beginnen, einen Überblick über die Industriegeschichte der Stadt nach dem zweiten Weltkrieg zu erarbeiten. Dabei sollen die noch lebenden Zeitzeugen befragt und so einen Beitrag zur nachhaltigen Bewahrung der Stadtgeschichte beigetragen werden. Wer uns Informationen und Hinweise zukommen lassen kann, wird gebeten, sich über die "Schlossaue" zu melden.

Ziel des Projektes ist eine kleine Ausstellung zum Thema und ein eigener Nachbau eines Stern Radios. Höhepunkt wird die Präsentation des Projektes zu den Jugendgeschichtstagen im November sein.

Zukunft braucht Erinnerung - Rochlitz gedenkt der Zwangsarbeit

Über 250 Menschen nahmen am 15.04.2015 an der festlichen Einweihung des Gedenkortes Zwangsarbeit in Rochlitz teil. Bereits um 9 Uhr trafen sich die meisten von ihnen am Bahnhof, um zu einen Marsch des Lebens durch die Stadt zu starten. Die Teilnehmenden liefen dabei auch auf den Spuren der Zwangsarbeit. Sie folgten bewusst den Wegen, die viele der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gehen mussten.

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Zeitensprünge Sachsen

 

Zwangsarbeit in Rochlitz

In der Zeit des Nationalsozialismus mussten in der Stadt Rochlitz wohl mehr als 1.500 Menschen Zwangsarbeit leisten. Dies taten sie in den verschiedensten Arbeitsfeldern von der Landwirtschaft, über private Haushalte, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen bis hin zur Firma Mechanik Rochlitz GmbH, die in der Rüstungsindustrie tätig war. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen waren dabei sehr unterschiedlich. In der Stadt gab es ab 1944 ein Außenlager des KZ Flossenbürg, in dem 603 jüdische Frauen untergebracht waren und für die Mechanik arbeiten mussten. Außerdem verwaltete die Mechanik Rochlitz GmbH das KZ Außenlager Wansleben.

 

 

Vom Bahnhof, an dem diese Menschen ankamen, über den Vater-Jahn-Sportplatz, auf dem sich das Werk 2 der Mechanik Rochlitz GmbH befand und von wo die Teilnehmenden auf der gegenüberliegenden Muldeseite das ehemalige Umschulwerk und Außenlager der KZ Flossenbürg an der Waldheimer Straße sehen konnten, ging es über die Muldenbrücke, auf der Rochlitz zwischen dem 14. und 15.04.1945 seine Befreiung durch Einheiten der US-Armee erlebte, führte der Marsch zum Gedenkort an der Ecke Seminarstraße/ Poststraße. Dort hatten sich bereits weitere Interessierte eingefunden, um an der festlichen Veranstaltung teilzunehmen. Der Ort ist mit Bedacht gewählt. Auf dem gegenüberliegenden Gelände, wo heute das Muldecenter zu finden ist, befand sich bis zur Weltwirtschaftkrise in den 20iger Jahren die Rochlitzer Weberei, im dritten Reich fungierten die Hallen als NS-Motorsportschule sowie Werk 1 der Mechanik Rochlitz GmbH und nach dem Krieg als Hydraulik.

 

 

Der "Marsch des Lebens"steht für:

1. Erinnern:Aufarbeitung der Vergangenheit, Holocaustüberlebenden und anderen Zeitzeugen eine Stimme zu geben

2. Versöhnen:Heilung und Wiederherstellung zwischen den Nachkommen der Täter- und Opfergeneration

3. Zeichen setzen:Für Israel und für ein unüberhörbares "Nie wieder!" gegen den Antisemitismus unserer Zeit


Nähere Informationen auf der Homepage: www.marschdeslebens-rochlitz.de

 

 

Mit Glockengeläut der Rochlitzer Kirchen begann um 11 Uhr die feierliche Enthüllung des Gedenksteines. Die Rochlitzer Oberbürgermeisterin begrüßte die Anwesenden. In Ihrer Rede erinnerte sie an die Schicksale der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Sie nahm Bezug auf die Inschrift der Bronzeplatte und den jüngsten Diskussionen um die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden. „Wir leben seit 70 Jahren in Frieden und für dieses Gut sind wir verantwortlich.“Sie dankte allen Unterstützern des Vorhabens "Gedenkstein" und erläuterte die Wichtigkeit der historischen Aufarbeitung der Stadtgeschichte. Als symbolisches Zeichen verneigte sich Frau Arndt vor den Menschen, die in Rochlitz Zwangsarbeit leisten mussten.

Mit Herrn Ruwim Bakmansprach anschließend ein Holocaustüberlebender der jüdischen Gemeinde Chemnitz. Er betonte, wie froh er ist, dass sich so viele Menschen zusammengefunden haben, um zu Gedenken und zu Erinnern. Er wünschte uns allen ein Leben im Frieden, ohne Krieg. Als dritter Redner sprach der Rochlitzer Pfarrer, Ragnar Quass. Er erwähnte die schuldbeladene Rolle der Kirche und bat um Vergebung für die riesige Schuld der Vorväter. Zum Abschluss sprach er das Gebet von Coventry. Musikalisch begleitet wurde der festliche Akt durch Bläser der Musikschule Rochlitz.

Die Enthüllung des Gedenkstein übernahmen Jugendliche des Geschichtsprojektes "Zeitensprünge". Die Zeitenspringer Julius Lehmann und Valentin Leißner sprachen anschließend Dankesworte und erklärten, dass ihre Gedenkarbeit an diesem Punkt keinesfalls zu Ende sei. Mit der Vertonung ihres Stadtrundgangs zum Thema Zwangsarbeit in Rochlitz (die Audioguides werden in Touristeninformation verfügbar sein) sowie einer aktuelle Homepage zur Thematik wird Rochlitz einen nachhaltigen Beitrag zum Gedenken leisten. Weiterhin riefen die Beiden den Geschichtskurs der elften Klassen des Johann-Mathesius-Gymnasiums nach vorn. Die Schüler stellten Pflanzen zum Stein, als Zeichen dafür, dass der Geschichtskurs in den kommenden Jahren die Pflege des Gedenkortes übernehmen wird.

Rochlitzer Zeitenspringer auf Spurensuche

Seit 2012 beschäftigen sich Schüler_innen verschiedener Rochlitzer Schulen, begleitet von Sozialarbeiter_innen des Freizeitzentrums "Schlossaue" des Muldentaler Jugendhäuser e.V., im Rahmen des Jugendgeschichtsprojektes "Spurensuche" mit der Thematik Zwangsarbeit in Rochlitz. Im ersten Jahr wurden zahlreiche Erkenntnisse über Zeitzeugengespräche, Archivrecherchen und Gedenkstättenbesuche gesammelt. 2013 folgten der Besuch der ehemaligen Zwangsarbeiterin Agnes Geva, die Ausarbeitung einer Ausstellung sowie die Premiere eines themenbezogenen Stadtrundganges. 2014 begannen die Zeitenspringer eine Homepage zu erstellen und beteiligten sich an der Planung des Gedenkstein.


Das Förderprogramm "Zeitensprünge in Sachsen" ist eine Initiative der sächsischen Jugendstiftung und des sächsischen Staatsministeriums für Soziales. Die geförderten Projekte befassen sich mit "Weltgeschichte, Landesgeschichte und der lokalen Geschichte des Heimatortes -- Geschichte kann äußerst spannend sein, erst recht, wenn sie sich vor der eigenen Haustür abspielt. Allerdings geraten viele Geschichten über die Vergangenheit in Vergessenheit, Zeitzeugen sterben, die Quellen verstauben. Gerade für die Jüngeren unter uns ist es deshalb wichtig, Geschichte immer wieder neu zu ergründen und sie lebendig zu halten."(www.saechsische-jugendstiftung.de)


Nach der offiziellen Einweihung folgte die Gelegenheit für individuelles Gedenken. Blumen und Kränze wurden niedergelegt und die Anwesenden unterhielten sich über das Erlebte. Viele von ihnen folgten der Einladung zum weiteren Austausch und Gesprächen in den Südgarten des Gymnasiums. Die Zeitenspringer hatten ihre Ausstellung aufgebaut und standen für Fragen zum Thema Zwangsarbeit und zum Projekt bereit.

Mit dem Setzen des Gedenksteins leisten die engagierten Menschen der Interessengemeinschaft "Gedenkstein" einen großen Anteil bei der geschichtlichen Aufarbeitung. Lokale Historiker vom Geschichtsverein und Menschen aus den Kirchgemeinden beschäftigen sich seit Jahren mit diesem Teil der Rochlitzer Geschichte . Durch die Forschung der Jugendlichen des Zeitenspringerprojektes sowie dem Besuch der ehemaligen Zwangsarbeiterin und Holocaustüberlebenden Agnes Geva kam neuer Schwung in die Bemühungen an die Zwangsarbeit zu erinnern. So entwickelte sich in den letzten vier Jahren eine immer konkretere Vorstellung und mit der Gründung der Interessengemeinschaft "Gedenkstein" wurde 70 Jahre nach Kriegsende ein Gedenkort Realität.


Der Porphyrstein, der nun im Herzen von Rochlitz an einen der dunkelsten Teile der Stadtgeschichte erinnert, richtet sich mahnend in die Vergangenheit und blickt gleichzeitig wegweisend in die Gegenwart und Zukunft. Die kompakte und naturbelassene Form des Steines inspiriert zum gemeinsamen Gedenken und zur Verarbeitung der Geschehnisse.

UPDATE Zeitensprünge 10. April 2014:


Das Zeitensprüngeteam zum Thema "Zwangsarbeit in Rochlitz" trifft sich 14-tägig und arbeitet momentan an einer Homepage zum Thema und der Vertonung des Stadtrundgangs. Außerdem gibt es momentan konkrete Planungen zu dem Gedenkort.

Das Zeitensprüngeteam zum Thema "100 Jahre starke Frauen in Rochlitz" war heute zur Eröffnungsveranstaltung in Dresden und wird sich immer mittwochs 16 Uhr in der Schlossaue treffen.

Wir sind sehr glücklich und fühlen uns geehrt auch, in diesem Jahr bei "Zeitensprünge Sachsen" mitforschen zu dürfen. Besonderer Dank gilt dabei allen Menschen, welche uns auf unserer Reise begleitet, betreut und unterstützt haben.

 

Das Förderprogramm "Zeitensprünge in Sachsen" ist eine Initiative der Stiftung "Demokratische Jugend" und des "Sächsischen Staatsministeriums für Soziales".

Die geförderten Projekte befassen sich mit "Weltgeschichte, Landesgeschichte und der lokalen Geschichte des Heimatortes -- Geschichte kann äußerst spannend sein, erst recht, wenn sie sich vor der eigenen Haustür abspielt. Allerdings geraden viele Geschichten über die Vergangenheit in Vergessenheit, Zeitzeugen sterben, die Quellen verstauben. Gerade für die Jüngeren unter uns ist es deshalb wichtig, Geschichte immer wieder neu zu ergründen und sie lebendig zu halten." (www.saechsische-jugendstiftung.de)


Im Rahmen unserer Förderung erhielten wir ein Starterset mit zahlreichen Utensilien, eine finanzielle Unterstützung, um unsere Vorhaben zu realisieren und eine inhaltliche Begleitung. Zudem konnten wir bei inhaltlichen Fragen stets auf die Hilfe des Zeitensprüngeteams zählen, durften ein gemeinsames Workshopwochenende unternehmen und am Sommertreffen sowie den Jugendgeschichtstagen teilnehmen. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich dafür bedanken. Zeitensprünge ist 'ne tolle Sache!

 

Ein Jahr Zeitensprünge-Projekt zum Thema Zwangsarbeit in Rochlitz! Hier ist unser Zwischenergebnis...wir wollen weiterforschen...

Plakat zum Thema Zwangsarbeit in Rochlitz (zum Vergrößern bitte anklicken)
Plakat zum Thema Zwangsarbeit in Rochlitz (zum Vergrößern bitte anklicken)

Spannender Jugendgeschichtstag im Dresdner Landtag!

 

Am 22.11. war es soweit, die Rochlitzer Zeitenspringer stellten ihr Projekt "Zwangsarbeit in Rochlitz" beim Jugendgeschichtstag in Dresden vor. Bereits Wochen im Vorfeld bastelten wir gemeinsam ein Modell unseres Stadtrundgangs und verfilmten diesen. Zudem haben wir nun bereits zwei Aufsteller und zwei Plakate, welche unser erforschtes Wissen anschaulich wiedergeben.

So ging es nun am 21.11. nach Dresden, wo wir nach einer Begrüßung im Landtag, an verschiedenen Workshops teilnehmen durften. Für uns waren der Besuch des alten jüdischen Friedhofs und eine Führung durch die Gedenkstätte im ehemaligen Stasiknast die spannendsten Angebote. Am Abend hatten wir noch Zeit unseren Stand aufzubauen, bevor wir gemeinsam mit den anderen Zeitenspringern bis in die Nacht herein "Die Werwölfe von Düsterwald" spielten.

Der Freitag begann mit einer Eröffnung durch den Landtagspräsidenten und einer anschließenden Podiumsrunde zum Thema "Sinnvolles Gedenken - wie können auch Jugendliche in Gedenkarbeit einbezogen werden". Nach einer Improvorstellung der FreienSpielKultur Dresden begann der Projektemarkt im Landtag.

Über 20 Projekte stellten ihre Ergebnisse vor und über 160 Jugendliche waren vor Ort. Die Bandbreite der Projekte ging vom Karnevalsjubiläum, alten Spielen, Leben auf einem Bauernhof, Erforschung von Straßen bis hin zu Geschichten aus dem Nationalsozialismus. Es gab ein Quiz, bei dem an jedem Stand Fragen beantwortet werden mussten und es gab eine Publikumsabstimmung.

Bei. Abschlussgespräch gab es dann für uns mehrfach Grund zum Feiern. Zunächst gewannen Hieu und Julius beim Quiz und dann durften wir den zweiten Platz in der Publikumswertung mit nach Hause nehmen.

Ein gelungener Abschluss von Zeitensprünge 2013.

Die Zeitenspringer haben bei ihrem ersten Treffen nach den Jugendgeschichtstagen das Kubb-Spiel ausprobiert. Das Spiel war der Preis für den zweiten Platz in der Publikumswertung bei den Jugendgeschichtstagen in Dresden.